Auf der diesjährigen Frühjahrstagung des Vereins wurden die bisherigen Vorsitzenden Corinna Hektor und Daniel Tenberg mit fast einstimmigem Votum der Vertrauenspfarrer und -innen in ihrem Amt für weitere 6 Jahre bestätigt. Corinna Hektor betonte ihn ihrem Bericht (siehe weiter unten), dass es auf einen starken Zusammenhalt in der nächsten Zukunft ankomme, da Umstellungen im Dienst- und Anstellungsrecht anstünden, die es in dieser Weise seit Gründung der Landeskirche bisher nicht gegeben hatte. Prof. Dr. Gunther Wenz referierte zum Artikel VII der Confessio Augustana "de ecclesia". Kirche sei die "communio sanctorum" – damit sei aber nicht die Heiligkeit der Glieder gemeint, es gehe vielmehr darum, an den sancta (Neutrum) teilzuhaben, die durch die notae ecclesiae repräsentiert seien. Die congregatio sei zwar ganz Kirche, aber auch nicht die ganze Kirche. Auf eine formale Autorität hin könne nicht geglaubt werden. Kirche transzendiere Raum und Zeit, deren Universalität sei primär, eine Landeskirche dazu sekundär. Allerdings habe diese die Rahmenbedingungen für Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung zu gewährleisten. Insofern bleibe der Gottesdienst das Wesentliche. Am zweiten Tag der Tagung war OKR Reimers zu Gast und erläuterte die aktuellen Konzepte für Regionalgemeinden und Verwaltungsreform. Die bisherigen Gemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts sollen zwar weiterbestehen, deren Verwaltung aber künftig in den zusätzlichen Körperschaften der Regionalgemeinden stattfinden. Dorthin soll auch in Zukunft die Stellenzuweisung erfolgen. Iteriert wurde das Bild der "multiprofessionellen Teams" (mit mindestens 5 Stellen pro Regionalgemeinde), die konkreten Fragen nach der Besetzbarkeit (Personalrückgang in allen Berufsgruppen) und tatsächlicher Wirksamkeit konnten jedoch nicht hinreichend beantwortet werden. Offen blieb auch, wie dann tatsächlich "Kirche vor Ort" aussehen werde, wenn die Entscheidungen auf der Ebene der Regionalgemeinde fallen. Als Ziel der neuen Struktur nannte Reimers die Entlastung Einzelner, eine bessere Aufgabenverteilung und eine Vermeidung von Überforderung. Man verspreche sich viel von einer Stärkung des Ehrenamtes, das nicht nur "Lücken füllen" soll, sondern in Zukunft eigenständig gestalten dürfe. Konkrete Nachfragen der Vertrauenspfarrer und -innen zu den neuen Gremien, deren Zusammensetzung, den Umgang mit sehr kleinen Gemeinden, der praktischen Umsetzung von Ort und der angemahnten Einbeziehung der diakonischen Arbeit konnte Reimers nicht beantworten. Vieles sei noch offen und Teil eines laufenden Diskussionsprozesses. Es wurde die große Sorge ausgedrückt, mit einem halbfertigen Konzept an den Start zu gehen. Laut Reimers kann es aber kein Moratorium geben. Zur Herbstynode stünden erste Entscheidungen an, ab 2027 sei die Bildung von Regionalgemeinden möglich, Ziel sei eine flächendeckende Umsetzung bis 2030.