400 TeilnehmerInnen beim 75. deutschen PfarrerInnentag in Augsburg

Viele TeilnehmerInnen zeigten sich tief bewegt und beindruckt - 3 Tage wurde das Thema "Relgion und Gewalt" von verschiedenen Seiten beleuchtet: biblisch, historisch und mit der Frage, welche Rolle das Christentum heute und in der Zukunft für ein friedliches Miteinander in unserem Land hat. Besonders deutlich wurde dies bei den Exkursionen, die in Augsburg unter dem Motto "Was dem Frieden dient" stattfanden.

v.l.:
Andreas Kahnt, Vorsitzender des Deutschen Pfarrerverbandes
Dr. Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung
Corinna Hektor, 1. Vorsitzende Pfarrer- und Pfarrerinnenverein Bayern

Bild: pfarrverband/christian schauderna

Einen ausführlichen Pressespiegel finden Sie in einem ersten Teil hier und als zweiten Teil hier.
Der Bericht des Verbandsvorsitzenden Andreas Kahnt, Oldenburg, kann hier heruntergeladen werden.
Die Andacht von Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler ist im aktuellen Korrespondenzblatt ab Seite 204 abgedruckt.

Der Kongress begann mit einem festlichen Abendmahlsgottesdienst in der Augsburger St. Anna Kirche, bei dem Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm predigte. Er legte den Teil der Elia-Geschichte aus, in dem der furchtbare Gewaltexcess des Elia und sein anschließendes flehendes Suchen nach Gott erzählt wird. Bedford-Strom betonte, dass das Vermächtnis des Christentums eben auch darin bestehe, Gewalt zum Thema zu haben. Genau dies sei dann aber auch die unbedingte Aufforderung für die Christenheit, dem Frieden zu dienen und sich für ein gewaltloses Miteinander einzusetzen. Liturgisch und musikalisch war der Gottesdienst auf der klassischen Form G1 aufgebaut, das Musik-Genre war aber nicht von der Orgel, sondern durch den Gospelchor des Popularmusik-Kantors Hans-Georg Stapf geprägt. Dieses Experiment gelang sehr gut und gab dem Gottesdienst eine große spirituelle Tiefe.

Nach dem Gottesdienst waren die TeilnehmerInnen des Kongresses in den Goldenen Saal des Rathauses eingeladen. Oberbürgermeister Kurt Gribl löste sich bald von seinem Konzept und berichtete sehr persönlich von seinem Erfahrungen im Ringen um ein friedliches Miteinander der vielen verschiedenen religiösen Gruppierungen in der Stadt. Für ihn wie für Stadtdekanin Susanne Kasch sei der "Runde Tisch Religionen" ein wichtiger Austauschpunkt geworden - erst einmal, um die Standpunkte überhaupt zu verstehen, und weiterhin, um einen sinnvollen Ausgleich der verschiedenen Mentalitäten und Befindlichkeiten zu finden. Seiner Einschätzung nach gelänge dies in Augsburg in vorbildlicher Weise.

Am Abend lud der Deutsche Pfarrerverband zu einen festlichen Abend in die Kongresshalle ein.

Dort setze sich am Dienstag die Tagung mit einer Andach von Susanne Breit-Kessler, der ständigen Vertreterin des Landesbischofs fort. Sie legte die Geschichte von Kain und Abel aus. Neben dem Auftrag an die Christenheit der Gewalt zu wehren, seien wir genauso gefordert, uns mit den Gründen für Gewalt und den zu Gewalt neigenden Menschen auseiander zu setzen. Den Pfarrerinnen und Pfarrern in Deutschland komme hier eine wichtige Rolle zu. Dazu sei eine gute, akademische Ausbildung, eine umfassende Allgemeinbildung, eine hohe Kommunikationsfähigkeit und eine große Hingabe in der Verkündigung der frohen Botschaft nötig. Um diesen Dienst so leisten zu können, brauche es von seiten der Kirchenleitungen die Gewährleistung von angemessenen Arbeitsbedingungen und nicht, wie immer wieder geschehen, ein "Pfarrerbashing."

Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung hielt den Hauptvortrag zur Rolle der Kirchen in der Geschellschaft.
Im Teil 1 des Pressespiegels finden Sie einen Bericht des BR über seinen Vortrag. Dieser wird auch in einen der nächsten Ausgaben des Deutschen Pfarrerblattes erscheinen.

Am Nachmittag begaben sich die Teilnehmenden unter dem Motto "Was dem Frieden dient" zu verschiedenen Begegnungen in der Stadt Augsburg, Besucht wurden andere christliche und muslimische Gemeindschaften, Schulen, Fabriken und Sozialprojekte.

Der zweite Abend wird traditionell vom gastgebenden Pfarrverein gestaltet: Mit dem Liedermacher Wolfgang Buck wurde im schwäbischen Augsburg auch ein Stück fränkisch-evangelische Mentalität vorgestellt. Unter den vielen Grußwortrednern waren der Regierungspräsident des Bezirkes Schwaben, Dr. Erwin Lohner und die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm. Sie zeigten große Dankbarkeit für das konstruktive von staatlichen und kirchlichen Institutionen und unterstrichen deren Beitrag bei der Diskusssion um die gesellschaftlichen Grundwerte.

Mittwoch vormittag wurde ein touristischen Programm angeboten, das neben den klassischen Sehenswürdigkeiten auch das evangelische Augsburg mit seiner zum Teil turbulenten Geschichte zeigte.

red.